Nachdem letztes Jahr die Rennrad-Tour von München zum Gardasee auf großes Interesse gestoßen ist, dachte ich, sowas Ähnliches könnten wir dieses Jahr wieder machen. Es gibt ja auch genügend Herausforderungen fürs MTB und das auch in der Nähe, zum Beispiel den ChiemgauKing in der Gold-Variante: ca. 170 km und 4.700 Höhenmeter.
Am Sonntag, den 14. Juni, war es dann so weit – um 05:00 Uhr morgens standen sieben leidensbereite Clubmitglieder am Start, mehr oder weniger gut vorbereitet aber top ausgerüstet. Die Wetterprognose war allerdings nicht so dolle; es war eher kühl und mit mehreren Schauern zu rechnen. Also nichts, was man an so einem Sommertag unbedingt haben möchte.


Wir starteten die Route nicht in Ruhpolding, sondern in Bernau. Somit hatten wir die meisten und schwierigsten Anstiege gleich zu Beginn. Los ging es zur Kampenwand über das Goriloch. Wir waren überrascht, wie viele andere Wanderer und Mountainbiker bereits so früh bei so einem miesen Wetter unterwegs waren. Danach ging es über die Hochplatte nach Marquartstein und wieder hoch zur Jochbergalm. Dort war schon geöffnet und es gab eine Nussecke „to go“. Über die Röthelmoosalmen und den Weitsee radelten wir von Seegatterl hoch zur Winklmoosalm. Nach einem kurzen Stopp zum Auffüllen der Radlflaschen ging es bergab – über das Heutal und den Staubfall nach Ruhpolding.




Nach 8 Stunden Fahrzeit gab es erst einmal eine größere Pause mit Kaffee, Kuchen, Sandwich, Spezi, Kaiserschmarrn und Co. Alles lief bis dahin perfekt, das Wetter spielte mit und sogar die Sonne kam ein bisschen heraus. 80 Kilometer und 2.600 Höhenmeter standen schon auf dem Tacho – das hieß, wir hatten noch ordentlich was vor uns.
Nach der Pause ging es gleich kräfteraubend auf einem schmalen Höhenweg hinauf nach Maria Eck und dann auf einer flotten Abfahrt nach Siegsdorf. Die Auffahrt zur Stoisser Alm stand bevor – unten noch flach, aber oben heraus immer steiler. Das Feld zog sich ein bisschen auseinander, und wer eher oben war, hatte eben eine längere Pause. Nach einer Mini-Einkehr ging es zurück nach Ruhpolding, um die letzten Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Stefan hatte einen kleinen Platten, den die Dichtmilch nicht gleich schließen konnte. Justin war mit Flickzeug und E-Pumpe zur Stelle, sodass wir nur ganz wenig Zeit verloren.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte alles 1a funktioniert: keine Defekte, keine Stürze, die Laune und die Form waren gut und zeitlich passte es auch.





Jetzt kam allerdings kurz der Wurm rein. Während wir den Platten flickten, waren Rob und Claus schon mal zur Steinbergalm vorausgefahren, und irgendwie haben wir uns verpasst oder übersehen. Jedenfalls mussten wir 20 Minuten auf der Bründlingalm warten, bis die Gruppe wieder komplett war. Es war mittlerweile auch schon 19:00 Uhr und wir hatten noch ca. 25 Kilometer und 350 Höhenmeter vor uns. Dann gab es auch noch eine kurze Diskussion zur Route, da anscheinend mehrere Varianten der „ChiemgauKing Gold“-Route existieren und Komoot diese wohl etwas anpasst.
Aber all das konnte uns nichts anhaben. Mit einem starken Teamgeist ging es in die Dämmerung und ans Finishen der Tour. Zum Glück hatten die meisten eine Lampe eingepackt. So konnten wir die letzten Höhenmeter und Kilometer über den Torfbahnhof zurück nach Bernau radeln. Die letzten ein bis zwei Stunden waren ganz schön zäh und fordernd, aber wir sind überglücklich um ca. 22:30 Uhr am Ziel angekommen – und zwar ALLE! Eine wirklich starke Leistung!



