Nachdem wir 2024 unsere Transalp wetterbedingt bereits am dritten Tag abbrechen mussten, war die Motivation für 2025 umso grösser.

Anfang September 2025 war es dann wieder so weit: Acht Tage, unzählige Höhenmeter, epische Trails – und am Ende der verdiente Sprung in den Gardasee. Startpunkt war Gries am Brenner, Ziel Torbole. Dazwischen lagen die Alpen in ihrer ganzen Vielfalt.

Tag 1: Gries am Brenner – Gossensass
Der Auftakt führte uns locker, aber nicht unspektakulär über den Brenner Grenzkamm nach Südtirol. Bei bestem Wetter rollten wir uns ein und sammelten die erste Höhenmeter. Ab dem Portjoch ging es zunächst sehr flowing auf Wiesentrails den Bergkamm entlang. Doch dann ging der Trail in einen alten und schlecht gepflegten Militärpfad über, mitunter sehr ausgesetzt und durchgehend mit tiefem, groben Schotter, der ab und an für Überraschungen in der Linienwahl sorgte. Mit etwas Angstschweiß und einem breitem Grinsen haben wir die erste Tagesetappe in Gossensass bei einem kühlen Bierchen zufrieden abgeschlossen.

Tag 2: Gossensass – St. Martin in Thurn
Mit Bahn und Bus ging es weiter bis nach Brixen und zur Plose Bergstation auf 2000 m. Dort hatten wir erst mal dreieinhalb Stunden und knapp 2500 Tiefenmeter Spaß im Bikepark. Dann drängte die Zeit und wir mussten weiter in Richtung Lüsner Scharte, Passo Rodella und Würzjoch, vorbei am Peitlerkofel und übers Gömajoch. Jetzt freuten wir uns schon auf den finalen Trail des Tages und mussten leider nach ein paar heiklen No-Fall-Areas erkennen, dass der Trail realistisch gesehen nicht mehr existiert. Also Abbruch und Rückzug zum Gömajoch und von dort aus eine weniger spektakuläre, dafür aber sichere Abfahrt nach St. Martin in Thurn.

Tag 3: St. Martin in Thurn – Arabba
Bei bestem Wetter starten wir den dritten Tag zunächst auf der Straße bis nach Badia und nahmen dort den Lift hoch zu La Crusc. Über den Höhenweg und die anschließenden Trails gelangten wir schließlich nach La Ila und lifteten dort auf den Piz La Ila. Weiter gings über die Hochebene nach Pralongiá umgeben von grandiosem Dolomiten Panorama. Nach kurzer Cappuccino Pause stand noch ein Trail Explorer auf dem Programm, den ich schon sehr, sehr lange ausprobieren wollte. Und diesmal hatten wir richtig Glück. Der Trail begann zunächst sehr flowig durch die Bergwiesen und tauchte dann in den Wald ab mit zahllosen technischen Spitzkehren bevor er uns oberhalb von Arabba sichtlich zufrieden wieder ausspuckte.

Tag 4: Arabba – Ziano di Fiemme
Früh morgens ging es hoch auf die Portavescovo, um noch vor den Wanderern über die Viel del Pan zum gleichnamigen Rifugio zu gelangen. Traumlandschaft mit Blick auf Lago di Fedaia und Marmolada. Ein absoluter Höhepunkt dieser Transalp. Der Höhenweg führte uns weiter zum Sass Becé und zum Bikepark am Passo Pordoi, der wirklich sehr knackige Lines zu bieten hatte. Dann noch mal ein paar Höhenmeter auf der Passstraße und mit dem Lift hoch zum Rifugio des Alpes. Der anschließende Trail war auch wieder ordentlich anspruchsvoll und wir waren wirklich froh, dass wir noch vor dem einsetzenden Regen in Canazei ankamen. Eingepackt in unsere Regenklamotten sind wir dann das Val di Fassa bis nach Ziano di Fiemme raus gerollt.

Tag 5: Ziano di Fiemme – Sant’Orsola
Tag fünf ist schnell erzählt. 54 km und knapp 1000 Höhenmeter bei absolutem Scheißwetter. Härtetest für die Regenklamotten. Trotzdem hatte auch dieser Tag zwei echte Highlights. Zuerst die U-Boot Aktion in der Fahrradunterführung und abends dann das absolut authentische und fantastische Essen bei der Nonna in der Agritur.

Tag 6: Sant’Orsola – Pergine Valsugana
Am nächsten Tag zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite. Die Landschaft wurde grüner, die Temperaturen angenehmer, der Gardasee rückte spürbar näher. Der Anstieg bis zum Kaser war relativ easy zu treten. Nach kurzem Esel-Kuscheln wurde es allerdings etwas anstrengender mit zwei Schiebepassagen bis zur Semperspitz. Die nun folgenden Trails haben uns in ihrer Steilheit etwas überrascht. Das war wirklich nichts für Anfänger. Da waren volle Konzentration, saubere Linienwahl, standfeste Bremsen und griffige Reifen gefragt. Unten angekommen, tauschten wir Staub und Adrenalin gegen italienisches Dolce Vita: ein kühles Sieger-Bierchen auf der Piazza Gavazzi im Zentrum von Pergine. Den Sonnenuntergang haben wir dann noch auf der Dachterrasse des Hotels genossen.

Tag 7: Pergine Valsugana – Romagnano
Der Anstieg von Pergine hinauf zur Marzola über den Chegul brachte uns an unsere Grenzen: Über 900 Höhenmeter haben wir auf extrem steilen, grobschottrigen Forststraßen geschoben und geflucht. Erst ganz oben öffnete sich der Blick auf das Valsugana mit seinen tiefblauen Seen, ein Panorama wie aus dem Bilderbuch. Und dann kam die Belohnung: ein absoluter Traumtrail Richtung Romagnano – technisch anspruchsvoll, aber durchgehend fahrbar, mit viel Fels, Schotter und unzähligen Spitzkehren – genau so, wie wir es mögen.

Tag 8: Romagnano – Torbole
Am letzten Tag führte uns der Weg hinauf zum Passo Bordala, vorbei am idyllischen Lago di Cei bis nach Santa Barbara. Dort warteten zwei absolute Gardasee-Trailklassiker auf uns. Zunächst flowig, aber dann zunehmend technischer mit viel Fels und typischem Gardasee Schotter. Zwischendurch auch noch vereinzelte glitschige Passagen, die für Überraschungen in der Linienwahl sorgten. Unten in Torbole hatten sie uns schon den blauen Teppich ausgerollt. Jetzt waren wir nach 350 km und knapp 17.000 Tiefenmetern angekommen, konnten durchatmen und eine wohlverdiente Hopfenkaltschale mit Blick auf den See geniessen, der seit Generationen Biker magisch anzieht.


Das Event wurde CO2-neutral veranstaltet durch CO2 Kompensation bei https://www.atmosfair.de/